Landwirtschaft, Natur- und Tierschutz

Gemeinsam gegen ruinöse Preise

Die Landwirt*innen sind der Marktmacht der großen Supermarktketten ausgeliefert, die ihnen praktisch jeden Preis diktieren können. Die Preise decken oft jedoch nicht einmal die Kosten. Die Gewinne der Supermarktketten haben sich in den letzten 7 Jahren verdreifacht. Das durchschnittliche Einkommen der Landwirt*innen liegt hingegen trotz 7-Tage-Woche noch nicht einmal beim Durchschnittseinkommen der abhängig Beschäftigten.

Tierschützer*innen, Naturschützer*innen und Landwirt*innen müssen gemeinsam gegen ruinöse Preise kämpfen und dafür, dass sich Qualitätsleistungen auch lohnen!

Die Ursache dafür ist das aktuelle System, das versucht niedrige Preise über die Menge auszugleichen und Landwirt*innen keine Wahl lässt. Dieses System ist das Ergebnis der Politik der letzten Jahrzehnte, die auf Handel, Export und Wachstum der Landwirtschaft basiert und selbige in eine Krise gestürzt hat. Das Höfesterben schreitet erschreckend voran und wird weiter befeuert. Die Preise sind bereits jetzt derart gering, dass alleine deshalb schon weiteres Angebot nicht zielführend ist. Das Mercosur-Abkommen oder der Bau weiterer Mastanlagen führen zu noch mehr Angebot. Natur-, Tierschutz und Wirtschaft gehen hier Hand in Hand. Regenwald wird für die Produktion von Futtermitteln abgeholzt, die wir wiederum importieren. Weitere Mastanlagen erhöhen den Bedarf an eben diesen Futtermitteln. Solange wir Futtermittel aus anderen Ländern her karren müssen, haben wir zu viel Tierhaltung. Das ist nicht nur schlecht für die Tiere und die Umwelt. Dieses System führt auch zu immer mehr Angebot und damit zu fallenden Preisen. Mit den Importen geben wir zudem die Kontrolle ab, wie die Lebensmittel produziert werden.

Abwärtsspirale durchbrechen, Fehlpolitik beenden.

Tierschützer*innen, Naturschützer*innen und Landwirt*innen müssen gemeinsam gegen ruinöse Preise kämpfen und dafür, dass sich Qualitätsleistungen auch lohnen! Wenn Landwirt*innen gegen große Supermarktketten demonstrieren, dann müssen Tierschützer*innen sie unterstützen. Umgekehrt sollten Landwirt*innen mit Tierschützer*innen gemeinsam gegen Tönnies und Co demonstrieren und vegetarische oder vegane Ernährung nicht als Konkurrenz wahrnehmen; ganz im Gegenteil. Landwirt*innen müssen Tier-, Naturschützer*innen und Landwirt*innen zugleich sein, können dies aber nur, wenn sich diese Arbeit auch lohnt.

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